Den Energiepass in Luxemburg verstehen
Ihr Energiepass enthält viel mehr als nur einen Buchstaben. Lernen Sie, die drei Klassen, die Werte in kWh/m²/Jahr und die CO₂-Emissionen zu lesen, um Ihre Immobilie besser zu verstehen – und aufzuwerten.
Ihr Energiepass enthält viel mehr als nur einen Buchstaben. Lernen Sie, die drei Klassen, die Werte in kWh/m²/Jahr und die CO₂-Emissionen zu lesen, um Ihre Immobilie besser zu verstehen – und aufzuwerten.
Im Gegensatz zu Belgien, das nur einen Indikator verwendet, bewertet Luxemburg Ihr Gebäude nach drei sich ergänzenden Dimensionen, jeweils klassifiziert von A+ bis I.
Wichtigster Indikator, der in Immobilienanzeigen angegeben wird. Er misst die gesamte vom Gebäude verbrauchte Energie (Heizung, Warmwasser, Lüftung) bezogen auf die Wohnfläche. Je niedriger der Wert, desto sparsamer das Gebäude.
Beispiel: Eine Immobilie mit 101 kWh/m²/Jahr verbraucht durchschnittlich 101 kWh Primärenergie pro Quadratmeter und Jahr – das entspricht Klasse D.
Misst die Energiemenge, die erforderlich ist, um eine angenehme Innentemperatur durch Ausgleich der Wärmeverluste (Wände, Dach, Fenster, Böden) aufrechtzuerhalten. Je niedriger dieser Wert, desto besser die thermische Gebäudehülle.
Beispiel: Ein Bedarf von 37,7 kWh/m²/Jahr bedeutet eine ordentliche Dämmung – Klasse C. Ein Neubau zielt auf weniger als 15 kWh/m²/Jahr (Klasse A).
Quantifiziert die Umweltbelastung des Gebäudes durch Messung der CO₂-Emissionen aus dem Energieverbrauch. Ein mit fossilen Brennstoffen (Heizöl, Gas) beheiztes Gebäude emittiert mehr als eines mit Wärmepumpe oder Solaranlage.
Beispiel: 22,6 kg CO₂/m²/Jahr bedeutet, dass jeder Quadratmeter 22,6 kg CO₂ pro Jahr verursacht – ein mittleres Niveau.
Luxemburg verwendet eine Skala mit 10 Klassen, detaillierter als die belgische (A bis G). Sie gilt für alle drei Achsen des Passes: Primärenergie, Wärmedämmung und CO₂-Emissionen.
Seit 2017 muss jeder Neubau in Luxemburg mindestens Klasse A bei der Primärenergie erreichen (nZEB – Nahezu-Nullenergiegebäude).
Die meisten bestehenden Wohnungen liegen zwischen den Klassen D und G. Eine gezielte energetische Sanierung (Dämmung + Heizung) kann 2 bis 4 Klassen verbessern.
Über die Klassen in kWh/m²/Jahr hinaus enthält Ihr Pass auch die absoluten JahreswerteIhres Gebäudes, bezogen auf die gesamte Fläche.
Gesamter Primärenergieverbrauch über ein ganzes Jahr für das gesamte Gebäude, alle Nutzungen einbezogen (Heizung, Warmwasser, Lüftung).
Beispiel: 24.790 kWh/Jahr
Absolutwert – abhängig von der Gebäudegröße. Nicht zu verwechseln mit dem Wert in kWh/m²/Jahr, der auf die Fläche bezogen ist.
Energie, die ausschließlich zum Heizen des Gebäudes verbraucht wird, ohne Warmwasser und sonstige Nutzungen. Spiegelt die Qualität der Gebäudehülle wider.
Beispiel: 9.232 kWh/Jahr
Je niedriger dieser Wert im Verhältnis zum Gesamtwert, desto besser die Dämmung des Gebäudes.
Gesamtmenge des in einem Jahr ausgestoßenen Kohlendioxids, direkt abhängig von der verwendeten Energieart (fossil vs. erneuerbar).
Beispiel: 5,5 Tonnen CO₂/Jahr
Ein durchschnittlicher Haushalt in Luxemburg emittiert rund 6 Tonnen CO₂/Jahr für die Heizung.
Solarstromerzeugung der Photovoltaikanlage, die vom Primärenergiebedarf abgezogen wird. Verbessert direkt die Energieklasse.
Beispiel: 3.500 kWh/Jahr
Ohne Anlage beträgt dieser Wert 0 kWh/Jahr. Solarpaneele können 1 bis 2 Klassen verbessern.
Alle Werte des Passes werden nach standardisierten Bedingungen berechnet (Standardklima, konventionelle Nutzung, feste Solltemperatur), um den Vergleich zwischen Gebäuden zu ermöglichen. Ihr tatsächlicher Verbrauch kann je nach Gewohnheiten, Bewohnerzahl und Wetter im jeweiligen Jahr höher oder niedriger sein.
Wer bei einer Immobilientransaktion keinen gültigen Energiepass vorlegen kann, setzt sich als Eigentümer ernsthaften Konsequenzen aus:
Nur vom Wirtschaftsministerium zugelassene Sachverständige des Großherzogtums Luxemburg sind berechtigt, einen gültigen Energiepass auszustellen.
Wie interpretiere ich die Energieklasse meiner Immobilie?
Die Energieklasse (A+ bis I) spiegelt den Primärenergiebedarf in kWh/m²/Jahr wider. Eine A+-klassifizierte Immobilie verbraucht nahezu nichts (≤ 0 kWh/m²/Jahr), während eine I-klassifizierte über 480 kWh/m²/Jahr liegt. Je näher an A+, desto sparsamer, komfortabler und wertvoller die Immobilie am Markt.
Was ist der Unterschied zwischen Primärenergie und Heizwärme?
Die Primärenergie umfasst die gesamte verbrauchte Energie (Heizung, Warmwasser, Lüftung) und berücksichtigt den Wirkungsgrad von Erzeugung und Verteilung. Der Heizwärmebedarf misst nur die Energie, die zum Ausgleich der Wärmeverluste der Gebäudehülle nötig ist. Ein Gebäude kann einen guten Heizwärmebedarf (gute Dämmung), aber eine schlechte Primärenergieklasse (veralteter Heizkessel) haben.
Warum zeigt mein Pass drei verschiedene Klassen?
Der luxemburgische Pass bewertet drei Dimensionen: die Energieeffizienz (Primärenergie), die Wärmedämmung (Heizwärmebedarf) und die Umweltleistung (CO₂-Emissionen). Ein gut gedämmtes, aber mit Heizöl beheiztes Gebäude hat eine gute Dämmklasse, aber eine schlechte Umweltklasse.
Wird die Photovoltaik-Gutschrift immer berücksichtigt?
Ja, verfügt Ihr Gebäude über eine Photovoltaikanlage, wird die Solarstromerzeugung vom Primärenergiebedarf abgezogen und verbessert Ihre Einstufung. Der Sachverständige muss die Anlage und ihre Leistung beim Besuch überprüfen können.
Mein tatsächlicher Verbrauch unterscheidet sich vom Pass – ist das normal?
Ja, das ist normal. Der Energiepass verwendet standardisierte Bedingungen (Standardklima, konventionelle Nutzung), um Gebäude vergleichbar zu machen. Ihr tatsächlicher Verbrauch hängt von Ihren Gewohnheiten, der Bewohnerzahl, der Solltemperatur und dem realen Klima ab.
Welche Sanktionen drohen bei fehlendem Pass beim Verkauf?
Der Eigentümer riskiert eine Verwaltungsstrafe und die Transaktion kann sich verzögern, da die notarielle Urkunde ohne Energiepass nicht unterzeichnet werden kann. Zudem muss die Klasse zwingend in Immobilienanzeigen angegeben werden.
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